Victoria
Spatz
Nachdem
sich die Nürnberger Firma Victoria seit Beginn des zwanzigsten
Jahrhunderts als einer der führenden deutschen Hersteller
von Motorrädern und Fahrrädern etabliert hatte, wagten
die Franken im Jahre 1956 mit der Beteiligung an der Bayerischen
Autowerke GmbH (BAG) den Einstieg in den Automobilmarkt.

Auf
Basis einer stark überarbeiteten Konstruktion des bekannten
Rennfahrers und Konstrukteurs Egon Brütsch versuchte man
auf dem seinerzeit schnell wachsenden
Markt für Kleinwagen Fuß zu fassen. Der als Dreisitzer
konzipierte „Spatz“ sollte den Kunden einen Wechsel
vom Motorrad oder Motorroller auf das Automobil schmackhaft machen.
Nach
859 produzierten Exemplaren des „Spatz“, der mit einem
191 ccm großen Zweitakt-Einzylinder- Motor von Fichtel &
Sachs ausgestattet war, übernahm Victoria Ende 1956 die Herstellung
des Roadsters in Eigenregie. Ab 1957 kam dann auch ein 250 ccm
starker Victoria- Motor zum Einsatz der dem nur 425 kg schweren
„Wägelchen“ mit seinen 14 PS zu einer sagenhaften
Höchstgeschwindigkeit von bis zu 97 Stundenkilometern verhalf.

Mit einem Preis von 3350,— Mark war der mit einer Kunststoffkarosserie
versehene Victoria 250 allerdings zu teuer, um am hart umkämpften
Kleinwagenmarkt ein durchschlagender Erfolg zu werden. Nicht zuletzt
das Image eines zu leicht entflammbaren „Plastikbombers“
bescherte dem Victoria 250 nach nur 729 gebauten Fahrzeugen im
Februar 1958 ein schnelles Ende der Produktion.
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